Das Hexenbürgermeisterhaus trägt einen Namen, der auf ein dunkles Kapitel hindeutet. Der genannte Bürgermeister wurde selbst nicht der Hexerei beschuldigt.
Franzfoto / CC BY-SA 3.0, via Wikimedia CommonsLemgo
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“Where Weser Renaissance architecture meets tales of resilience and artistic obsession.”
Lemgo, wie es niemand erzählt.
Nicht die Postkarten. Die Geschichten, die selbst Einheimische nicht kennen – dir ins Ohr geflüstert, genau dort, wo sie geschahen.
Das Junkerhaus ist ein zweistöckiges Fachwerkaus, das wie eine fantastische Schnitzerei aussieht. Sein Schöpfer, Karl Junker, lebte ein Leben, das so komplex und einsam war wie seine Kunst.
Die St. Nicolai Kirche aus dem 13. Jahrhundert ist ein herausragendes Wahrzeichen mit zwei Türmen, die Einheimische liebevoll als 'die ungleichen Brüder' bezeichnen.
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KaufenDie Geschichte von Lemgo
Lemgo, eine historische Stadt im Kreis Lippe in Nordrhein-Westfalen, Deutschland, bietet eine Reise durch Jahrhunderte europäischer Entfaltung. Um 1190 von Bernhard II. zur Lippe an der Kreuzung zweier bedeutender Handelsrouten gegründet, wurde sie schnell zur ältesten Stadt des Lipper Landes und zu einem prominenten Mitglied der Hanse. Heute hat Lemgo rund 45.000 Einwohner und ist bekannt für sein bemerkenswert gut erhaltenes mittelalterliches Stadtzentrum, das den Zweiten Weltkrieg weitgehend unbeschädigt überstand.
Die architektonische Landschaft der Stadt zeugt von ihrem vergangenen Wohlstand und weist beeindruckende Steingiebelhäuser und Fachwerkhäuser im spätgotischen und Weserrenaissance-Stil auf. Neben seinem historischen Charakter ist Lemgo auch eine Universitätsstadt und ein Zentrum für Forschung und Innovation, insbesondere im Maschinenbau und in der industriellen Elektronik. Diese Mischung aus altem Erbe und moderner Dynamik schafft eine unverwechselbare Atmosphäre, die Besucher einlädt, seine geschichtsträchtigen Straßen und das zeitgenössische Leben zu erkunden.
Von der Hansestadt zur Reformationszeit
Die Ursprünge Lemgos reichen etwa bis ins Jahr 1190 zurück, als Bernhard II. zur Lippe an einer strategischen Kreuzung mittelalterlicher Handelsrouten die Stadt gründete. Dieser vorteilhafte Standort förderte sein Wachstum zu einem bedeutenden Handelszentrum, was zu seiner Mitgliedschaft in der Hanse, einem mächtigen mittelalterlichen Handelsbund, führte. Diese Zugehörigkeit brachte erheblichen Wohlstand, der sich in der beständigen Architektur der Stadt widerspiegelt.
Das 16. Jahrhundert markierte mit dem Aufkommen der protestantischen Reformation eine entscheidende Periode für Lemgo. Im Jahr 1522 nahm Lemgo das Luthertum an, eine Entscheidung, die zu Spannungen mit den damals katholischen Grafen zur Lippe führte. Die Bürger der Stadt demonstrierten aktiv ihren protestantischen Glauben und forderten Graf Simon V. zur Lippe heraus, der sich der Reformation widersetzte. Nach einer Periode von Streitigkeiten und Vermittlungen nahm Lemgo 1533 formell die lutherische Reformation an.
Religiöse Spannungen flammten jedoch 1605 erneut auf, als Graf Simon VI. zur Lippe zum Calvinismus konvertierte und versuchte, diesen Glauben den Bürgern Lemgos aufzuzwingen. Dies führte zum 'Lemgoer Aufstand', einer bedeutenden Auseinandersetzung, die schließlich durch den Frieden von Röhrentrup im Jahr 1617 beigelegt wurde. Diese Vereinbarung gewährte Lemgo das Recht, seinen eigenen Glauben zu bestimmen, eine konfessionelle Teilung, die bis heute in gewissem Umfang fortbesteht. Die Stadt erlebte auch eine Belagerung während des Dreißigjährigen Krieges im Jahr 1638.
Der dunkle Schatten der Hexenprozesse
Ein dunkleres Kapitel in der Geschichte Lemgos entfaltete sich im 17. Jahrhundert, als die Stadt zu einem Brennpunkt einiger der schwersten Hexenprozesse Deutschlands wurde. Zwischen 1665 und 1681 fielen schätzungsweise 250 Menschen, überwiegend Frauen, diesen Verfolgungen zum Opfer. Der berüchtigte 'Hexenbürgermeister' Hermann Cothmann, der im Hexenbürgermeisterhaus residierte, spielte eine zentrale Rolle und nutzte die Prozesse, um seine Macht zu festigen und vermeintliche Gegner auszuschalten.
Nachkriegserhaltung und moderne Entwicklung
Bemerkenswerterweise blieb das historische Stadtzentrum Lemgos während des Zweiten Weltkriegs weitgehend unzerstört und bewahrte seinen Charakter aus der Renaissancezeit. In der Nachkriegszeit, von 1947 bis 1993, beherbergte Lemgo britische Soldaten in der Stornoway Barracks. Heute ist Lemgo nicht nur ein Bewahrer seiner Vergangenheit, sondern auch eine zukunftsorientierte Universitätsstadt. Sie ist Sitz der Hochschule Ostwestfalen-Lippe (TH OWL) und einer Forschungseinrichtung des Fraunhofer-Instituts und trägt zu ihrer Rolle als wichtiges Zentrum für Maschinenbau und industrielle Elektronik in Deutschland bei.
Beginnen Sie Ihre Erkundung auf dem Marktplatz, dem zentralen Platz Lemgos, umgeben von alten Gebäuden, die verschiedene historische Epochen widerspiegeln. Hier finden Sie das Rathaus, ein Gebäude von europäischer Bedeutung, das zwischen 1325 und 1612 erbaut wurde und gotische und Weserrenaissance-Stile aufweist. Im Erdgeschoss des Rathauses befindet sich sogar eine historische Apotheke, die erste im Fürstentum, die Mitte des 17. Jahrhunderts eröffnet wurde.
Ein kurzer Spaziergang führt Sie zum Hexenbürgermeisterhaus, einem prunkvollen Weserrenaissance-Gebäude von 1568-1571. Dieses Haus, heute ein Museum, befasst sich mit der Vergangenheit Lemgos, einschließlich der dunklen Geschichte der Hexenprozesse. Verpassen Sie nicht das Junkerhaus, ein einzigartiges Fachwerkaus, das der Künstler Karl Junker zwischen 1891 und 1912 erbaute. Seine Außenseite ist mit kunstvollen Schnitzereien bedeckt, und die Ornamentik setzt sich im Inneren fort, was es zu einem Gesamtkunstwerk macht.
Die St. Nicolai Kirche, ein gotisches Bauwerk aus dem 13. Jahrhundert mit seinen markanten, ungleichen Zwillings-Türmen, ist Lemgos berühmtestes Wahrzeichen. Ein weiterer bedeutender Ort ist das Schloss Brake, ein Wasserschloss der Renaissance, das auf den Fundamenten einer der größten mittelalterlichen Festungen Norddeutschlands erbaut wurde. Es beherbergt das Weserrenaissance-Museum, das Kunst und Kultur dieser Zeit präsentiert. Für eine friedliche Auszeit erkunden Sie die ehemaligen Wallanlagen, die heute einen grünen Gürtel um die Stadt bilden.
Die beste Zeit für einen Besuch in Lemgo mit angenehmem Wetter und Outdoor-Aktivitäten ist von Ende Juni bis Ende August. In diesen Sommermonaten sind die Temperaturen warm, mit durchschnittlichen Höchstwerten von etwa 24°C (75°F) im Juli. Der Himmel ist im Juli auch am klarsten, was mehr Möglichkeiten für Besichtigungen bietet. Obwohl es im Sommer regnen kann, ist es im Allgemeinen eine angenehme Zeit, um das historische Zentrum der Stadt zu erkunden und lokale Feste zu genießen. Für diejenigen, die den größten Touristenandrang vermeiden möchten, bieten das späte Frühjahr (Mai-Juni) oder der frühe Herbst (September-Oktober) ebenfalls gutes Wetter mit weniger Besuchern.
Lemgo liegt in Nordrhein-Westfalen, etwa 25 Kilometer östlich von Bielefeld und 70 Kilometer westlich von Hannover. Die nächstgelegenen internationalen Flughäfen sind der Flughafen Paderborn Lippstadt (50 km südlich), der Flughafen Hannover (70 km nordöstlich), der Flughafen Münster/Osnabrück (85 km westlich) und der Flughafen Dortmund (105 km südwestlich). Die Stadt ist mit dem Zug über die Linie RB 73 'Der Lipperländer' erreichbar, die stündlich zum Bielefelder Hauptbahnhof fährt, und der Innovation Campus Lemgo hat sogar einen eigenen Bahnhof, Lemgo-Lüttfeld. Die nächste Autobahn, die Bundesautobahn 2 (A2), ist nur 9 Kilometer westlich von Lemgo.
Innerhalb Lemgos ist das historische Stadtzentrum kompakt und gut zu Fuß erkundbar, was einen einfachen Zugang zu den meisten Sehenswürdigkeiten ermöglicht. Die Stadt bietet eine Vielzahl von Geschäften, von Filialisten bis hin zu inhabergeführten Boutiquen. Für lokale Nachrichten und Veranstaltungen können Sie Quellen wie Lemgo Radio oder lokale Nachrichten-Websites nutzen.
- Wofür ist Lemgo historisch bekannt?
- Lemgo ist historisch bekannt für seine Mitgliedschaft in der Hanse, seine Rolle in der protestantischen Reformation und seine schweren Hexenprozesse im 17. Jahrhundert.
- Gibt es bedeutende historische Persönlichkeiten, die mit Lemgo verbunden sind?
- Ja, Hermann Cothmann, der 'Hexenbürgermeister', ist eine bedeutende historische Figur, die mit Lemgo verbunden ist, aufgrund seiner Rolle in den Hexenprozessen des 17. Jahrhunderts. Der Künstler Karl Junker, Schöpfer des Junkerhauses, ist eine weitere bemerkenswerte Persönlichkeit.
- Welche Art von Architektur kann ich in Lemgo erwarten?
- Lemgo weist gut erhaltene Architektur hauptsächlich im spätgotischen und Weserrenaissance-Stil auf, darunter beeindruckende Steingiebelhäuser und Fachwerkhäuser.
- Ist Lemgo ein gutes Reiseziel für Familien?
- Lemgo bietet ein reiches historisches Erlebnis, das für Familien ansprechend sein kann, mit Museen wie dem Hexenbürgermeisterhaus und dem einzigartigen Junkerhaus. Die begehbare Altstadt und Grünflächen bieten ebenfalls Möglichkeiten zur Erkundung.
- Was sind einige jährliche Veranstaltungen oder Feste in Lemgo?
- Lemgo veranstaltet jedes Jahr im Juni das 'Strohsemmelfest' mit einem Kunsthandwerkermarkt rund um das traditionelle Lemgoer Gebäck, das auf Stroh gebacken wird. Im Dezember können Besucher 'Kläschen', den Weihnachtsmarkt, erleben.
- Wie kann ich mich in Lemgo fortbewegen?
- Das historische Stadtzentrum von Lemgo ist gut zu Fuß erkundbar. Für längere Strecken stehen lokale öffentliche Verkehrsmittel zur Verfügung, und die Stadt ist per Bahn mit nahegelegenen Städten verbunden.
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