Ein legendärer Stier, eine Magd und ein Silberglanz veränderten den Lauf der europäischen Geschichte.
Wolfgang H. Wögerer, Wien / CC BY 3.0, via Wikimedia CommonsSchwaz
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“Where silver once flowed, stories now gleam.”
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Die opulente Residenz der reichsten Familie Europas dient heute einem unerwarteten Zweck.
Während eines verheerenden Brandes, der einen Großteil von Schwaz vernichtete, wurde ein feindlicher Soldat zum unwahrscheinlichen Retter eines bedeutenden Wahrzeichens.
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KaufenDie Geschichte von Schwaz
Schwaz, eine historische Stadt in Tirol, Österreich, wird aufgrund seiner außergewöhnlichen Vergangenheit als wichtiges Silberbergbauzentrum oft als "Silberstadt" bezeichnet. Im 15. und 16. Jahrhundert war Schwaz eine der bedeutendsten Bergbaumetropolen der Welt; seine Silber- und Kupfervorkommen brachten der Region immensen Reichtum und beeinflussten die europäische Politik. Heute bewahrt die Stadt, die auf 550 Metern Höhe im vorderen Inntal liegt, viel von ihrem mittelalterlichen Charakter und lädt Besucher ein, ihre tiefe Geschichte und die umliegenden Alpenlandschaften zu erkunden.
Über seine historische Bedeutung hinaus bietet Schwaz eine vielfältige Palette an Attraktionen, vom Erkunden alter Minenstollen über das Bewundern gotischer Architektur bis hin zum Genießen der natürlichen Schönheit der Karwendel- und Tuxer Alpen. Mit rund 13.000 bis 14.000 Einwohnern ist Schwaz Bezirkshauptstadt und liegt verkehrsgünstig etwa 30 Kilometer von Innsbruck entfernt, was es zu einem zugänglichen Ziel für alle macht, die eine Mischung aus kulturellem Eintauchen und Abenteuer in der Natur suchen.
Von Silberadern zu europäischer Macht
Schwaz taucht erstmals zwischen 930 und 931 in historischen Aufzeichnungen auf. Es gibt jedoch Hinweise darauf, dass in der Gegend bereits in der Bronzezeit Kupfererz abgebaut wurde. Der wahre Aufstieg der Stadt begann im 15. Jahrhundert mit der Entdeckung bedeutender Silbervorkommen. Im 16. Jahrhundert entwickelte sich Schwaz zu einem Zentrum der Silberproduktion, mit rund 15.000 Bergleuten und Schmelzern, die in den Minen arbeiteten. Auf seinem Höhepunkt um 1500 war Schwaz die größte Bergbaumetropole der Welt und produzierte 1523 schätzungsweise 85 % des weltweiten Silbers. Dieser immense Reichtum verwandelte Tirol in eine der reichsten Regionen Europas und zog mächtige Handelsfamilien wie die Fugger aus Augsburg an, die stark in den Bergbau investierten und sogar vorübergehend ihre Firmenzentrale nach Schwaz verlegten.
Der wirtschaftliche Wohlstand der Silberära hinterließ einen bleibenden kulturellen Einfluss, der sich in zahlreichen Gebäuden und Sehenswürdigkeiten in der Altstadt widerspiegelt. In dieser Zeit war Schwaz mit etwa 20.000 Einwohnern im Jahr 1510 die zweitgrößte Stadt des Kaisertums Österreich nach Wien. Die Entdeckung reicher Silbervorkommen in Amerika Mitte des 16. Jahrhunderts, verbunden mit immer schwierigeren Abbaubedingungen, führte jedoch zu einem Niedergang der Schwazer Bergbauindustrie. Die Fugger zogen sich 1657 aus dem Schwazer Bergbau zurück. Der Silberabbau wurde in kleinerem Maßstab bis 1957 fortgesetzt, und 1999 wurde der gesamte Bergbau aufgrund eines Felssturzes eingestellt.
Schwaz erlitt während des Tiroler Freiheitskampfes um 1809 weitere Rückschläge, als etwa ein Drittel der Stadt durch Feuer zerstört wurde. Trotz dieser Rückschläge erholte sich die Stadt langsam. Schwaz erhielt 1898 offiziell Stadtrechte von Kaiser Franz Joseph I. von Österreich. Heute lebt Schwaz sein Erbe und bemüht sich weiterhin, seine historischen Silberspuren hervorzuheben, darunter das beliebte Schaubergwerk Silberbergwerk, das jährlich rund 100.000 Besucher anzieht.
Beginnen Sie Ihre Erkundung im Schwazer Silberbergwerk, wo eine Bahn die Besucher 800 Meter tief in den Berg bringt, um die Welt mittelalterlicher Bergleute zu erleben und ein Wasserrad aus dem 16. Jahrhundert zu sehen. Oberirdisch schlendern Sie durch die Schwazer Altstadt, die sich durch ihre mittelalterliche Architektur und farbenfrohen Häuser auszeichnet.
Die Stadtpfarrkirche Maria Himmelfahrt ist ein bedeutendes Wahrzeichen, das als größte gotische Hallenkirche Tirols und einzige vierschiffige Kirche Europas gilt. Allein ihr Dach ist mit über 14.000 Kupferplatten bedeckt. In der Nähe befindet sich das Franziskanerkloster, das 1507 von Kaiser Maximilian I. gegründet wurde und in seinem Kreuzgang gotische Fresken mit Szenen aus der Passion Christi zeigt.
Für einen weiten Blick über Schwaz und das Inntal besuchen Sie die Burg Freundsberg, eine Burganlage aus dem 12. Jahrhundert, deren Bergfried heute ein Museum beherbergt, das der Geschichte der Stadt und ihrer Silberbergbauindustrie gewidmet ist. Das Fuggerhaus, ein imposantes Gebäude mit einem markanten Gründach, bietet einen Einblick in den Reichtum der Fugger-Familie. Darüber hinaus zeigt das Museum Haus der Völker kulturelle Vielfalt mit Artefakten aus aller Welt, und das Planetarium Schwaz bietet Einblicke in die Astronomie.
Die beste Zeit für einen Besuch in Schwaz für angenehmes Wetter und Outdoor-Aktivitäten wie Wandern sind die Sommermonate von Juni bis August, wenn die Temperaturen durchschnittlich zwischen 18°C und 20°C liegen. In dieser Zeit ist jedoch auch mit höherem Besucheraufkommen zu rechnen. Für ein Gleichgewicht zwischen gutem Wetter und weniger Touristen sollten Sie das späte Frühjahr (Ende April bis Mai) oder den frühen Herbst (Mitte September bis Oktober) in Betracht ziehen. Diese Übergangszeiten bieten angenehme Temperaturen, um die Stadt und die umliegenden Alpen zu erkunden. Wenn Ihr Fokus auf Wintersport liegt, ist Dezember bis Mitte März ideal zum Skifahren und Snowboarden in den nahegelegenen Alpengipfeln.
Schwaz ist mit dem Zug erreichbar, die Unterinntalbahn führt durch die Stadt. Der Bahnhof Schwaz liegt östlich des Inns. Von Innsbruck dauert die Zugfahrt etwa 18 Minuten. Wenn Sie mit dem Auto anreisen, bietet die Inntalautobahn (A12) eine direkte Autobahnverbindung, wobei die Ausfahrt 49 Schwaz bedient.
Innerhalb von Schwaz stehen öffentliche Verkehrsmittel zur Verfügung, und viele zentrale Attraktionen sind zu Fuß erreichbar. Für Erkundungen der weiteren Region sind E-Bike-Verleihangebote verfügbar, und die Umgebung von Schwaz bietet Tirols größtes Nordic-Walking-Netzwerk. Das Silberbergwerk Schwaz bietet tägliche Führungen an, für Gruppen wird eine Reservierung empfohlen. Beachten Sie, dass die Mine das ganze Jahr über eine konstante Temperatur von 12°C (53,6°F) hat, daher sind warme Kleidung und Handschuhe für Ihren unterirdischen Besuch ratsam.
- Wofür ist Schwaz bekannt?
- Schwaz ist vor allem als "Silberstadt" bekannt, wegen seiner historischen Bedeutung als wichtiges Silberbergbauzentrum im Mittelalter, das einst einen großen Teil des weltweiten Silbers produzierte.
- Kann man das Silberbergwerk Schwaz besuchen?
- Ja, das Silberbergwerk Schwaz ist eine beliebte Attraktion und bietet Führungen, die Besucher mit einer Bahn 800 Meter in den Berg bringen, um mehr über die Bergbaugeschichte und die Bedingungen zu erfahren.
- Was sind die besten Outdoor-Aktivitäten in Schwaz?
- Schwaz bietet zahlreiche Outdoor-Aktivitäten, darunter Wanderungen in den Karwendel- und Tuxer Alpen, eine Fahrt mit der Seilbahn auf den Kellerjoch für weite Ausblicke und die Erkundung des ausgedehnten Nordic-Walking-Netzwerks der Region.
- Gibt es bemerkenswerte Kirchen in Schwaz?
- Ja, die Stadtpfarrkirche Maria Himmelfahrt ist eine herausragende gotische Kirche, die als größte gotische Hallenkirche Tirols und einzige vierschiffige Kirche Europas gilt. Das Franziskanerkloster weist ebenfalls bedeutende gotische Fresken auf.
- Ist Schwaz ein gutes Reiseziel für Familien?
- Schwaz bietet familienfreundliche Attraktionen wie das Silberbergwerk, das Zeiss Planetarium und Outdoor-Aktivitäten wie Wandern. Die nahegelegene Burg Tratzberg bietet ebenfalls ein spannendes Erlebnis für alle Altersgruppen.
- Wie weit ist Schwaz von Innsbruck entfernt?
- Schwaz ist etwa 30 Kilometer von Innsbruck entfernt und eignet sich daher gut für einen Tagesausflug oder als Zwischenstopp auf einer größeren Reiseroute. Die Zugfahrt zwischen den beiden Städten dauert etwa 18 Minuten.
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